Österreichs „Architektur-Außenminister“ hätte dieser Tage seinen 100. Geburtstag gefeiert.

Der visionäre österreichische Nachkriegs-Architekt Karl Schwanzer hätte dieser Tage seinen 100. Geburtstag gefeiert. Zu diesem Anlass schlüpfte Burgschauspieler Nicholas Ofczarek in einer Uraufführung des Theaterstücks „Er flog voraus“ von Max Gruber am 23. Mai in die Rolle des unbequemen Vordenkers zeitgenössischer Architektur. Ofczarek spielt den leidenschaftlichen Architekten in diesem Ein-Personen-Stück, das aus Versatzstücken und Originalzitaten des Künstlers montiert wurde.

Schwanzer starb bereits 1975, doch viele seiner mehr als 600 Projekte leben weiter: allen voran die Österreich-Pavillons auf den Weltausstellungen in Brüssel 1958 (heute das 21er-Haus in Wien) und Montreal 1967, das „Philips-Haus“ sowie die BMW-Zentrale in München (der „BMW-Vierzylinder“). Sein umfangreicher architektonischer Nachlass geht jetzt von seinen Söhnen ans Wien Museum über.

Schenkung hat ein Gewicht von zehn Tonnen

Die Schenkung, die Kurator Andreas Nierhaus entgegennimmt, umfasst rund 20 Kubikmeter und hat ein Gewicht von zehn Tonnen. Der Inhalt ist in 115 Alu-Kisten sortiert und besteht aus rund 7.000 Plänen, 17.000 Mikrofilmen, 11.500 professionellen Fotografien, 8.000 Dias sowie zahlreichen Filmaufnahmen, Akten, Schriften, Vorträgen und Korrespondenzen. Hinzu kommen diverse Möbel, Türbeschläge und Modelle.

Das Wien Museum plant, noch heuer in einem „Karl Schwanzer Kabinett“ seine Interdisziplinarität und Weltläufigkeit, seine nonkonformistische Einstellung und Lust an Architektur und Inszenierungen für die Öffentlichkeit digital verfügbar zu machen. Neben seinen Bauwerken erinnert heute die Karl-Schwanzer-Gasse am Wienerberg an den Visionär, der, wie viele Künstler gleich welchen Genres, seiner Zeit vorausgeflogen ist. (as)

Lottes

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